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 Australien - Indonesien

(Vom 20.07.2019 bis XX.08.2019

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Wo befinde ich mich im Moment (GPS-Tracking alle 10 Minuten)

 

20.07.2019 – 22.07.2019

Um 22.15 Uhr verliess die A380-800 Zürich planmässig und erreichte nach Umstiegen in Dubai und Singapur nach 23.5 Stunden Flugzeit (18.5 Std. netto) morgens um 5 Uhr Darwin.

Gegen 6:45 Uhr war die Pass- und Gepäckkontrolle durchlaufen und ich fuhr per Taxi, wie mit Lance vereinbart, in ein Cafe, das sich in unmittelbarer seines Lagerhaus befand, wo sich bis vor kurzem noch mein Motorrad eingelagert hatte, dass jetzt aber schon per Frachter auf dem Weg nach Dili / Ost-Timor  befand.

Freundlicher Weise fuhr Lance mich zu der Spedition wo ich das für die Ausreise gestempelte Carnet de Passage abholen musste. Auf dem Rückweg ging es noch bei der geplanten Zweiradvermietung vorbei um ein Fahrzeug für den Besuch des Kakadu NP zu erhalten und bei einem Telefon-Laden, um eine Australische SIM-Karte für das Handy zu erhalten (TELSTRA, hat die beste Netzabdeckung).

Nach Bezug des Hotelzimmers liess ich im nahegelegen Stadtzentrum von Darwin den Tag ausklingen.

 

23.07.2019

Um 7:45 begann der etwa 250 Km lange Ritt auf dem 300 ccm – Roller, dessen Fahrwerk mit 40.000 Km schon ziemlich ausgeleiert war und die vielen Unebenheiten der australischen Highways direkt über mein Gesäss in die Wirbelsäule weitergab.

Gegen 11:30 hatte ich mich in der Kakadu Lodge in Jabiru einquartiert und mein Gepäck dort abgelegt.

Anschliessend fuhr ich zunächst nach Cahills Crossing am East Alliator River. Es handelt sich dabei um eine in den Fluss betonierte Furt, auf der Fahrzeuge bei geeignetem Pegel den Fluss überqueren können. Bei Ebbe fliesst das Wasser des Alligator Rivers Richtung Meer über die Furt, bei Flut drückt drückt das Meerwasser des Van-Diemen-Golfs in den Alligator River hinein und lässt den Flusspegel ansteigen, bis sich an der Cahills Crossing die Fliessrichtung auf landeinwärts ändert und die Furt dann kräftiger überspült wird, so dass querende Fahrzeuge tiefer eintauchen oder bis zur nächten Ebbe warten müssen.

Die Krokodile kennen diesen Sachverhalt offenbar und nutzen ihn, um die Furt in beide Richtungen zu überqueren, oder sie lauern auf der landzugewandten Seite auf Nahrung, die ihnen von der Meerseite ins Maul gespült wird

 

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Cahills Crossing bei Ebbe (Wasser fliesst in den Ozean). Rechts: Bei Flut umgekehrte Fliessrichtung, die Kroks warten auf Nahrung

 

Nur 5 Minuten entfernt befindet sich Ubirr, wo man auf einem 1 Km langen Rundweg uralte Felszeichnungen der Aborigines bestaunen kann und vom Nadop-Lookout  eine grandiose Aussicht über die Umgebung geniessen kann.

 

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Felszeichnungen von Ubirr

 

Am Abend im Restaurant der Kakadu Lodge musste ich feststellen, dass man ohne den kleinen Papierschnipsel, den man beim Check-in erhielt und sich „Alcohol Card“ nannte nicht mal ein Bier im Restaurant erhält. In Jabiru werden ebenfalls nirgendwo alkoholische Getränke verkauft, da es sich um ein „Restricted Area“ handelt. Mit all diesen Massnahmen soll ausgeschlossen werden, dass Einheimische (Aborigines) an Alkohol gelangen …

 

24.07.2019

Am Vorabend hatte ich an der Rezeption der Kakadu Lodge noch eine 2 Stündige Bootstour gebucht. So kam ich nach einer halbstündigen Vollgasfahrt bei 120 Km/h im 50 Km entfernten „Yellow Waters“ an. Die Vielfalt an Tieren und das Betrachten von freilebenden Krokodilen aus nächster Nähe war ein außerordentliches Erlebnis.

 

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Wasserbüffel................................................................................................... (1)

 

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Am Nachmittag gegen 15 Uhr traf ich wieder Darwin ein und gab den Roller bei der Vermietung ab. Mit UBER ging es rasch zum Mercure Airport Hotel, wo ich mich einquartierte weil der Flug nach Dili (Ost-Timor) bereits um 5:45 Uhr startete und der Flughafen fußläufig mit wenigen Schritten zu erreichen war.

 

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Der Flug nach Dili verlief normal. Ich hatte mich in der Timor Lodge eingemietet, da dieses Hotel fussläufig vom Flughafen zu erreichen war und ich von dort aus auch die Reederei bei der mein Motorrad stand, zu Fuss erreichen konnte. Der 900 m lange Fussweg vom Flughafen zum Hotel blieb mir aber erspart, da mich eine einheimische Familie in ihrem Auto mitnahm.

Um kurz vor 8 Uhr Ortszeit traf ich bei ANL - Dili ein, die mein Motorrad von Dawin nach Dili transportiert hatten. Für das Abstempeln des Carnet de Passage wurde ich von einem Mitarbeiter von ANL in den Hafen gefahren, ebenso zur nahegelegenen Zollbehörde, wo das Motorrad ins Computersystem eingetragen wurde. Zurück am Lagerhaus von ANL  angekommen, wurde unter Aufsicht des Zolls der Container geöffnet. Unglücklicher Weise Stand das Motorrad ganz hinten im Container hinter Zahlreichen Paletten von Handelsware, die zunächst entladen werden mussten.

Da Lance die Batterie des Motorrads am Ende der Lagerung bei sich auf meinen Wunsch auflud, startete der Motor sofort und gegen 11 Uhr verließ ich erleichtert das Gelände der Reederei.

Am Nachmittag ordnete ich mein Gepäck und schlenderte durch das einzige Einkaufzentrum in Dili wo ich auch eine leckere lokale Speise zu mir nahm.

Weil ich nicht wusste wie lange die Einfuhrformalitäten des Motorrads dauern würden, hatte ich 2 Nächte im Hotel gebucht, da aber heute schon alles so rasch erledigt war, werde ich bereits morgen Richtung indonesische Grenze weiterfahren und die zweite Hotelübernachtung verfallen lassen.

 

26.07.2019

Die 115 Km Strasse von Dili zum Grenzpunkt waren über weite Abschnitte Schotter, da die Strecke gerade ausgebaut / Saniert wurde. Die Abfertigung auf beiden Seiten der Grenze verlief überraschend koordiniert und auch das Carnet de Passage war rasch gestempelt ohne auch nur einen Blick auf das Motorrad zu werfen. Leider gab mir der indonesische Grenzbeamte zu verstehen, dass es an diesem Grenzübergang kein (verlängerbares) “Visum on Arriva”l gibt. So erhielt ich als Deutscher nur den üblichen Einreisestempel mit dem ich nach spätestens 30 Tagen Indonesien wieder verlassen muss (verspätete Ausreise kostet neuerdings 70Euro Strafe pro Tag …).

Nach 1 ¼ Stunden war die Grenze bereits überwunden und durch hügeliges Gelände auf recht ordentlicher Strasse ging es bis nach Kefamenanu wo ich gegen 15:30 eintraf.

 

Dort buchte im Hotel Ariesta ein „Superior Zimmer“ mit Bad und Frühstück für ca. 14 Euro. Nach Bezug des Zimmers erkannte ich rasch, dass der Eimer mit Schöpfkelle im Bad nicht von der Putzfrau vergessen wurde, sondern als Spülung diente. Nach dem ich die im Spülkasten ausgehängte Kette zur Freigabe des Wassers wieder in den in den Auslösemechanismus eingehängt hatte, funktionierte die Spülung wieder normal.

 

Auf der Suche nach etwas Essbarem, fuhr mich ein Halbwüchsiger auf seinem Moped in eine nahegelegene Garküche. Auf dem Heimweg beim Kaufen einer Wasserflasche lernte ich Denny kennen. Er fuhr mich in seinem Wagen in einen verschwiegen Kaufladen der kaltes Dosenbier feil bot, auch für das Kaufen einer gewünschten SIM-Karte von TELKOMSEL (beste Netzabdeckung in Indonesien) chauffierte er mich in einen passenden Laden wo ich gewaltige 13GB Datenvolumen für ca. 8 Euro erhielt (es stellte sich im Folgenden heraus, dass man hier in Indonesien fast überall 4G/LTE Datenübertragung zur Verfügung hat, ein Zustand von dem Deutschland noch weit entfernt ist …). Anschliessend plauderte ich noch eine Weile mit Denny im Hotel, bevor er gegen 19 Uhr abfuhr.

 

Tachostand: 26493 km, Tagesetappe: 217 km

 

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Nach der Morgendusche, bei der mir eine Kakerlake Gesellschaft leistete war das heutige Ziel der Hafenstadt Kupang im Westen der Insel Timor. Da hier die Auswahl an Hotels hier grösser war, buchte ich mich im garantiert kakerlakenfreiem Hotel Aston Kupang ein. Von dort aus erkundete ich zunächst noch das 15 Km entfernte Hafenterminal, von wo aus am nächsten Tag mittags um 12 Uhr die Fähre nach Larantuka (Insel Flores) abfahren wollte.

Auf der Rückfahrt füllte ich noch den Tank (92 Oktan, ca. 0.65 Euro/Liter) und liess am Strassenrand fehlende Druckluft in die Reifen pressen (0.13 Euro).

Den Abend mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem Timor-Meer verbrachte ich in der Sky-Lounge im 18. Stockwerk des Hotels, wo ich mich noch anschliessend noch einem leckeren indonesischen „All-You-Can-Eat“

beteiligte (3 Euro).

Tachostand: 26718 km, Tagesetappe: 225 km

 

28.07.2019

Auf der Homepage der Fährgesellschaft ASDP war definiert, dass die Fähre um 12 Uhr mittags Kupang verlassen würde, so fand ich mich gegen 9 Uhr im Hafen ein, wo mir dann mitgeteilt wurde, die Fähre würde erst um 16 Uhr ablegen. Glücklicherweise konnte ich nach dem Betreten des Schiffs für einen Aufschlag von 3 Euro einen Liegeplatz in einem Stockbett im „VIP-Bereich“ (Schlafsaal) erlangen. Als die Fähre ablegte saßen oder lagen überall auf den Sitzen und Gängen Menschen mit zahlreichen Säuglingen und Kleinkindern umher von denen immer wieder welche plärrten. Die Klimaanlage arbeitete auch nur unzureichend und ich war froh als ich irgendwann aus Erschöpfung trotzdem in den Schlaf fiel. Zuvor aß ich noch drei kleine Eis am Stiel, da es außer einer Instant Suppe nichts essbares an Bord gab.

 

Tachostand: 26733 km, Tagesetappe: 15 km

 

29.07.2019

Um 3:30 legte die Fähre in Larantuka (Insel Flores) an und gegen 5 verließ ich sie schließlich, um in einem nahegelegenen Imbiss den Anbruch des Tages abzuwarten. Gegen 6:20 Uhr verließ ich Larantuka und erreichte nach 5 Stunden und etwa 250 Km den Kelimutu-Nationalpark mit seinen Wasser gefüllte Kraterseen und deren unterschiedlichen Färbungen.

 

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Kraterseen im Kelimutu-Nationalpark

 

Nach dem ich etwa eine Stunde dort verweilt hatte, fuhr ich noch weitere 100 Km zu einer kleinen Privatunterkunft in Nangaroro direkt am Meer gelegen

Tachostand: 27070 km, Tagesetappe: 337 km

 

30.07.2019

Ab 7 Uhr ging es über endlose Kurven durch das Gebirge im westlichen Teil der Insel Flores. Die Strasse war recht schmal aber eigentlich in einem ordentlichen Zustand und das Fahren machte auch Spass. Problematisch waren aber die unzähligen Strassenschäden, deren Aussenkanten bereits mit Sägeschnitten für die Sanierung vorbereitet waren und auf ihre Teerfüllungen warteten. In diesem Zustand stellten diese Reparaturstellen aber unangenehme „Fallgruben“ im Strassenbelag dar, die nach jeder Kurve plötzlich in der Fahrbahn auftauchen konnten.

Als Motorradfahrer wird man in der Flut von Mopeds von den vierrädrigen Verkehrsteilnehmern nicht anders behandelt, dass heisst immer ganz links halten sonst wird’s gefährlich, insbesondere in Kurven die immer wieder skrupellos geschnitten werden, aber das kenne ich ja schon aus anderen Ländern ...

Nach etwa 7 Stunden war endlich Labuhanbajo ganz im Westen der Insel Flores erreicht. Im Stadtzentrum nahe des Hotels buchte ich zunächst für den folgenden Tag in einer der beiden zahlreichen Agenturen eine Bootstour nach Padar Island und Rinca Island. Letztere ist die die Heimat der Komodo Varane. Riesige Reptilien wie aus der Zeit der Dinosaurier.

Ausklingen liess ich den Abend mit einem leckeren Fisch, der an einem der zahlreichen Grillstände zubereitet wurde.

Tachostand: 27413 km, Tagesetappe: 343 km

 

31.07.2019

Um kurz vor 6 Uhr wurde ich im Hotel abgeholt und um halb sieben stach der kleine Ausflugsdampfer mit zahlreichen Gästen an Bord Richtung Padar Island in See, um dort von einer Anhöhe aus, das schöne Panorama der Insel zu geniessen. Der Aufstieg um die 200 Höhenmeter war allerdings etwas anstrengend.

Von dort aus ging es zur nahegelegen Insel Rinca, welche die Heimat der riesigen Komodo Riesenvarane ist. Die Insel ist nur in Begleitung von Rangern zu besuchen, zahlreiche Riesenvarane zeigten sich auf dem kleinen Rundwanderweg, die ohne weiteres eine Länge von 2.5 Metern aufweisen und bis zu 50 Jahre alt werden. Anschliessend wurde noch kurz an einer Stelle zum Schnorcheln und an einem Badestrand angelegt, so dass das Ausflugsboot gegen 17:30 Uhr wieder im Hafen von Labuhanbajo einlief.

 

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Panoramablick auf Padar Island

 

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Komodo-Varan auf Rinca Island

 

01.08.2019

Um 7 Uhr beschaffte ich mir im Stadtzentrum von Labuhanbajo ein Fährticket für die die Überfahrt nach Sape am östlichen Ende der Insel Sumbawa gelegen. Ich sicherte mir rasch einen Platz an einer der raren Steckdosen und nutzte die 6 Stunden Überfahrt, um in diesem Reisebericht Bilder zu ergänzen.

Von Sape aus fuhr ich noch etwa eine 3/4 Stunde in die nächst grössere Stadt Bima an der Nordküste von Sumbawa gelegen, um mich dort im Hotel Mutmainnah einzuquartieren. Auf dem Weg dort hin begegneten mir zum erstenmal kleine Äffchen, die den Strassenrand bevölkerten.

Tachostand: 27464 km, Tagesetappe: 50 km

 

02.08.2019

Heutiges Ziel ist die Nachbarinsel Lombok. Dafür fuhr ich zunächst über 300 Km auf der bisher am besten befahrbaren Strasse nach Poto Tano am westlichen Ende der Insel Sumbawa. Zum ersten Mal in Indonesion war ich über längere Strecken mit über 80 km/h unterwegs und ich nutzte zum ersten mal den 5. Gang.

Glücklicher Weise verliess die Fähre bereits 20 Minuten nach meiner Ankunft in Poto Tano den Hafen. Nach 1.5 Stunden erfolgte die Ankunft in Lambuhan Pandan auf der östlichen Seite Lomboks. Von dort fuhr ich noch ein paar Kilometer Richtung Norden, um die schön am Meer gelegene Unterkunft „Pondok Siola“ zu erreichen.

Wenige hundert Meter vor dem Erreichen der Unterkunft waren Personen mit Holzfällarbeiten neben der Strasse beschäftigt. Dies erfolgte mit der gleichen Sorglosigkeit mit der hier beispielsweise auch am Strassenverkehr teilgenommen wird. So kippte der riesige Baum quer auf die Fahrbahn und kam direkt vor meinem Vorderrad zum liegen, daß sich mit ca. 80 Km/h dem Hindernis näherte. Ich riss am Lenker das Vorderrad mit aller Kraft nach oben und hatte schon einen Sturz und das abrupte Ende des Urlaubs vor Augen. Es gab allerdings nur einen mächtigen Schlag beim Überfahren des Hauptstamms im Bereich der Baumkrone, Äste und Blätter schlugen mir um die Ohren, aber ich konnte die Maschine auf Kurs halten. Da ich davon offenbar leicht geschockt war, setzte ich meine Fahrt bis zur nahegelegenen Unterkunft fort, ohne die Idioten zur Rede zu stellen.

Tachostand: 27827 km, Tagesetappe: 336 km

 

03.08.2019

Da es auf der Insel Lombok sonst nichts besonderes zu sehen gibt, was mich interessiert, nahm ich mir vor, Lembar die am westlichen Ende Lomboks gelegene Stadt zu erreichen und von dort die Fähre nach Padangbai an der Ostküste Balis zunehmen. Für die 100 Km zur Durchquerung der Insel dachte ich ungefähr 1.5 Stunden zu benötigen, am Ende waren es 3 Stunden. Dies war einerseits der Situation geschuldete, das wegen der hohen Bevölkerungsdichte hier eine Siedlung in die nächste übergeht und man deswegen eigentlich permanent Innerorts fährt und andererseits noch durch das sehr hohes Verkehrsaufkommen.

Die Überfahrt nach Bali sollte eigentlich 4 Stunden dauern. Der Wellengang schubste dabei die kleine Fähre ordentlich umher, so das ich schon Bedenken hatte das Motorrad würde umfallen. Dessen nicht genug musste die Fähre bei der Ankunft in Padangbai auch noch über eine Stunde auf das Einlaufen in den Hafen warten.

Beim Verlassen der Fähre wurde noch ein Junger Indonesier auf mich aufmerksam. Er wollte unbedingt ein Interview für seinen YouTube Channel von mir. Auch dies ließ ich geduldig über mir ergehen bevor ich meinem Hotel Serangan Inn Mimba etwa 1 km vom Hafen einquartierte.

Tachostand: 27932 km, Tagesetappe: 104 km

 

04.08.2019

Ich fuhr recht früh los, um wenigstens am Morgen den verstopften Stassen zu entgehen, da ich heute mehrere interessante Ziele anfahren wollte.

Beim Anfahren der ersten Destination wurde ich von meiner Navigationssoftware etwas eigenartig geführt, so dass ich in einer Sackgasse landete, aus der es nur zu Fuss weiterging. Ein Einheimischer stellte fest, dass ich zur Navigation sicher auch Maps.me benutzen würde, weil diese Reisenden immer bei ihm landen würden. Nach dem ich seine Feststellung bejahte, bot er mir bereitwillig einen Parkplatz hinter seinem Wagen an und teilte mit mit, dass ich zu meinem ziel noch etwa 30 m zu Fuss laufen müsste.

Als ich auf die Frage des Einheimischen nach meiner Ankunft antwortete, dass ich ganz im Süden Deutschlands direkt an der Schweizer Grenze wohnte, fragte er mich auf Englisch ob ich den legendären Schweizer Mundartausdruck „Chuchichäschtli“ (Küchenschrank) kennen würde. Ich bejahte und war ziemlich irritiert von einem Indonesier diese Frage gestellt zu bekommen, aber das zeigt wie viele (Schweizer) Reisende schon in dieser Sackgasse nahe eines Touristenhotspots Pura Goa Lawah gelandet sein müssen …

Den vor einer Fledermaushöhle gelegenen Tempel Pura Goa Lawah (Lawah = Fledermaus) der bereits schon im Jahr 1007 gegründet sein sollt, hatte ich zu Fuss nach ein paar Metern rasch erreicht. Die Fledermaushöhle selber ist heilig und von niemandem betreten werden.

 

Bild folgt in Kürze

 

Kertha Gosa (Palast von Klungkung) diente als Gerichtssitz und wurde zum Ende des 17. Jahrhunderts errichtet, aber während der niederländischen Eroberung 1908 und deren Kolonialzeit weitgehend zerstört. Ab den 1920er Jahren erfolgte der Wiederaufbau

 

Bild folgt in Kürze

 

Die T-förmige Höhle Goa Gajah (Elefantenhöhle) betritt man durch ein Portal mit einem riesigen Dämonengesicht, dessen Herkunft ebenfalls nicht wirklich klar ist, der aber einem Elefantenkopf ähnelt. Im innern sind drei Nischen mit Opfergaben zu sehen in einer davon begrüßte mich eine Maus, welche die Opfergaben für sich als Nahrungsquelle erschlossen hatte. Der von Räucherstäbchen und anderen Gerüchen geschwängerte Mief im Innern der Höhle nahm mir fast den Atem und ich war froh als ich wieder draußen war.

 

Bild folgt in Kürze

 

Nach Einkehr in der Agus Pension im Zentrum von Ubud gelegene, besuchte ich noch den Saraswati Tempel der leider geschlossen war, so blieb mir nur die Aussenansicht des Gebäudekomplex.

 

Bild folgt in Kürze

 

Am späten Nachmittag besuchte ich noch den Affenpark in Ubud, der eine Tempelanlage umgibt. Die dort überall umherspringenden Balinesischen Langschwanzmakaken sind halbwild und eigentlich menschenfreundlich jedoch unberechenbar. Deshalb sollte man nie Futter aus deren Futterstellen entnehmen oder den Park außerhalb der Besuchszeiten zu betreten. Schmerzhafte Bisse oder Kratzer (inklusive der Übertragung von allfälligen Krankheiten) könnten die Folge sein. Nichtsdestotrotz ist es ein Vergnügen diese bis zu 8 Kg schweren possierlichen Primaten zu beobachten.

 

Bild folgt in Kürze

 

Am Abend musste ich leider feststellen, dass ich die Reise nicht wie geplant fortsetzen können werde, da der Endantrieb beginnt inkontinent zu werden. In diesem Zustand ist nur noch das Erreichen von Zielen auf Bali möglich, Jakarta ohne Kardanschaden (wegen Ölleckage) zu erreichen scheint unwahrscheinlich, das Endziel Kuala Lumpur ist ausgeschlossen. Dank liebenswerter Unterstützung, erhielt ich zügig die Email-Adresse des Teilevertriebs von BMW-Gottstein in Bad Säckingen, wo die Dichtung rasch und unkompliziert, für den nächsten Tag um 8 Uhr verfügbar, bestellt wurde.

 

Tachostand: 27969 km, Tagesetappe: 38 km

 

 

05.08.2019

Die von Ubud nahegelegenen Reisterrassen von Tegallalang sind nett anzuschauen, aber auf Grund der Massen von Touristen verließ ich den Ort relativ rasch (die etwas weiter im Landes Inneren gelegenen Reisterrassen von Jatiluwih scheinen empfehlenswerter zu sein).

 

Bild folgt in Kürze

 

Felsengräber von Para Gunug Kawi. Da hier aber keine Gebeine eingelagert sind, handelt es sich eher um „Gedenksteine“

 

Bild folgt in Kürze

 

Pura Tirta Empul ist ein bedeutendes Quellheiligtum auf Bali und einer der wichtigsten Wallfahrtsorte für gläubige hinduistische Balinesen. Der Tempelkomplex besteht aus drei Einzeltempeln sowie drei Badebecken für rituelle Waschungen. Mit dem heiligen Wasser, das sich aus mehr als 30 Wasserspeiern in die Becken ergießt, reinigen die Gläubigen Geist und Seele von bösen Gedanken und Problemen.

In dem Gebäudekomplex herrschte auf Grund des Massenandrangs an Touristen eher die Atmosphäre wie in einem überfüllten Freibad, die sich nach kurzen Instruktionen den rituellen Waschungen unterzogen.

Tachostand: 28039 km, Tagesetappe: 70 km

 

Bild folgt in Kürze

 

 

06.08.2019

Fahrt zum DHL Büro am Flughafen Denpasar (Hauptort auf Bali) um alle Formalitäten zu für den Versand zu berücksichtigen und somit die die Ersatzteilsendung (hoffentlich) nicht im indonesischen Zollhängen bleibt.

Am Nachmittag erhielt ich die Nachricht, daß mein Freundeskreis die Dichtung bei BMW Gottstein abgeholt hat und per DHL Express auf den Weg gebracht hat … vielen Dank dafür.

Wann die Dichtung nach Abfertigung durch den indonesischen Zoll aber tatsächlich verfügbar sein wird ist aber offen …

Tachostand: 228119 km, Tagesetappe: 80 km

 

 

07.08.2019

Auf Grund der gegenwärtigen Ersatzteilsituation erschien es mir als angebracht Ubud zu verlassen und mich im nahegelegen Kuta Beach am Meer einzuquartieren. Auf dem Weg dort hin machte ich einen Halt am Tanah Lot Tempel, der von mehren hinduistischen Kultstätten umgeben ist.

Am Ende landete ich im „City Garden Bali Dwipa Hotel“ im Zentrum von Kuta Beach.

Die Vorteile am Ort Kuta bestanden darin, dass das DHL-Büro am Flughafen, wo die Ersatzteilsendung ankommen soll nur knapp 5 km entfernt war und dieser Ort auch ein adäquates Umfeld aufweist um ein paar Tage zu verweilen

Tachostand: 28179 km, Tagesetappe: 60 km

 

 

08.08.2019

Warten auf das Ersatzteil – Ruhetag in Kuta auf Bali

 

 

09.08.2019

Die Rechnung und der Zahlungsbelegs der Dichtung musste der Sendung für den Indonesischen Zoll beigelegt werden. Da ich zusätzlich ein Foto der beiden Dokumente vorab ins DHL-Büro per Email schickte entfielen offenbar die angekündigten zwei zusätzlichen Werktage für den Zoll, so daß ich die Teile bereits am heutigen Ankunftstag um 10 Uhr beim DHL-Büro abholen konnte. Um 14:30 Uhr war die Dichtung dann, in der im Aufbau befindlichen BMW Motorrad Niederlassung in Ubud, gewechselt und auch noch das Öl im Endantrieb getauscht. Wenig später war ich bereits auf dem Weg nach Gilimanuk im Nordwesten Balis von wo aus die Fähre in etwa 50 Minuten Ketapang am östlichen Ende Jawas erreicht.

Als die Fähre gegen 20 Uhr in Ketapang einlief, war es bereits dunkel. Trotzdem entschloss ich mich noch die 40 km zu dem Parkplatz zu fahren, von wo aus man die ca. 1.5 Stunden bis zum Krater des Vulkans Ijen idealer Weise bei nach Nacht vor Einbruch der Dämmerung absolviert, da die bläulichen Schwefelflammen bei Tageslicht nicht sichtbar sind.

Unterwegs ging dann auch noch ein kräftiger Regenschauer auf mir nieder und stellenweise war es neblig. Um 21:20 Uhr war ich dann angekommen. Hier oben war es so kalt, dass man sogar den Hauch beim Ausatmen sah. Was für ein Gegensatz zur Hitze in Kuta Beach auf Bali heute Vormittag …

 

Tachostand: 28389 km, Tagesetappe: 210 km

 

 

09.08.2019

Die Rechnung und den Zahlungsbelegs der Dichtung musste der Sendung für den Indonesischen Zoll beigelegt werden. Da ich zusätzlich ein Foto der beiden Dokumente vorab ins DHL-Büro per Email schickte entfielen offenbar die angekündigten zwei zusätzlichen Werktage für den Zoll, da ich die Teile bereits am heutigen Ankunftstag um 10 Uhr beim DHL-Büro abholen konnte. Um 14:30 Uhr war die Dichtung dann, in der im Aufbau befindlichen BMW Motorrad Niederlassung in Ubud, gewechselt und auch noch das Öl im Endantrieb getauscht. Wenig später war ich bereits auf dem Weg nach Gilimanuk im Nordwesten Balis von wo aus die Fähre in etwa 50 Minuten Ketapang am östlichen Ende Javas erreicht.

Als die Fähre gegen 20 Uhr in Ketapang einlief, war es bereits dunkel. Trotzdem entschloss ich mich noch die 40 km zu dem Parkplatz zu fahren, von wo aus man die ca. 1.5 Stunden bis zum Krater des Vulkans Ijen idealer Weise bei nach Nacht vor Einbruch der Dämmerung absolviert, da die bläulichen Schwefelflammen bei Tageslicht nicht sichtbar sind.

Unterwegs ging dann auch noch ein kräftiger Regenschauer auf mir nieder und stellenweise war es neblig. Um 21:20 Uhr war ich dann angekommen. Hier oben war es so kalt, dass man sogar den Hauch beim Ausatmen sah. Was für ein Gegensatz zur Hitze in Kuta Beach auf Bali heute Vormittag …

 

Tachostand: 28389 km, Tagesetappe: 210 km

 

10.08.2019

Weil ich mich auf dem Vulkangipfel, sowohl bei Dunkelheit als auch bei Tageslicht aufhalten wollte und der Aufstieg zum Kraterrand etwa 1.5 Stunden dauert, wartete ich in der Kälte in einem der provisorischen „Wirtshäuser“ wo ich das Motorrad abgestellt hatte bis um 3 Uhr bevor ich in der Dunkelheit bei sternenklarem Himmel und mit Lampe ausgerüstet mit auf den Aufstieg begann.

Viele Touristen gehen in Begleitung eines Führers zum Gipfel, dies ist aber unnötig, da es nur einen Weg zum Gipfel gibt. Möchte man sich über den weiteren Verlauf des Wegs informieren, so genügt ein Blick Richtung Gipfel, wo sich die nach oben wandernde Karawane von Touristen mit ihren Lampen, ähnlich wie bei einem St.-Martin-Umzug, in der Dunkelheit gut abhebt.

Am Kraterrand angekommen machte ich mich an den Abstieg zum ca. 800 Meter tiefer gelegenen, sehr heissen und säurehaltiger Kratersee, (er wird auch als größtes Säurefass der Welt bezeichnet …) wo auch der flüssige Schwefel brennend mit bläulichen Flammen aus dem Boden treten soll (die Flammen sind aber nur bei Dunkelheit sichtbar).

2/3 des Abstiegs verlief planmäßig auf dem steinigen, steilen Pfad nach unten, doch plötzlich stoppte der Besucherstrom auf dem Weg nach unten, da von unten bereits die ersten Touristen wieder den Rückweg antraten und der Pfad einfach zu schmal für die bidirektionale Nutzung war.

Da kein Vorwärtskommen erkennbar war, kletterte ich unter dem Gebrüll einiger Führer, dass ich auf dem Flanschen weg sei, querfeldein über die Felsen und auf direktem Weg etwa 50 Meter nach unten um die Staustelle zu umgehen. Dieses nicht ganz ungefährliche Unterfangen endete erfolgreich, jedoch sah meine schwarze Motorradhose durch den allgegenwärtigen Staub aus, als wäre ich in ein Mehlfass gestürzt.

Unten angekommen, sah ich leider nur ein paar ganz kleine blaue Flämmchen, das lag wohl daran, dass sich der austretende Schwefel am Luftsauerstoff nur dann selbst entzündet, wenn er eine Temperatur von mindestens 500°C aufweist, was zu diesem Zeitpunkt offenbar leider nicht der Fall war.

Der flüssige Schwefel wird in mehreren Strängen aus ineinander gesteckten Steingutrohren Rohren von den Austrittsöffnungen in der Kraterwand einige Meter nach unten geführt, wo er zusammen mit beißend riechenden Gaswolken austritt. Die dortigen Arbeiter, die je nach Windrichtung immer wieder komplett von den giftigen Gaswolken umhüllt sind, brechen unterdessen mit Stemmeisen den erstarrten Schwefel aus und schleppen ihn in Körben aufgeschultert zum Kraterrad hinauf und von dort zu einer Sammelstelle. Meines Erachtens ist dies einer der übelsten Berufstätigkeiten auf der Welt.

Gegen 6 Uhr waren die Touristenmassen komplett aus dem Krater verschwunden, da diese den Sonnenaufgang betrachten wollen. Ich verweilte noch etwa 1.5 Stunden am Kratersee gegenüber der Schwefelquellen, bis die aufgehende Sonne die Schwefelquellen beleuchtete um ein paar Fotos zu machen bevor ich mit dem mühsamen Aufstieg zum Kraterrand und dem Rückweg antrat.

Anschließend fuhr ich nur noch etwa 120 km bis nach Situbondo an der Nordostküste von Java zur Zwischenübernachtung, da ich nach ca. 36 Stunden ohne Schlaf und die anstrengende Vulkan-Wanderung doch schon sehr müde war.

Auf der Landstrasse dort hin kam ich an drei schweren Unfällen vorbei, die sich gerade ereignet hatten und als Resultat der sorglosen oder auch aggressiven Fahrweise der hiesigen Bevölkerung zu betrachten sind.

 

Tachostand: 28510 km, Tagesetappe: 120 km

 

 

11.08.2019

Da ich am Folgetag die Tempelanlagen von Pambanan früh am Morgen besuchen wollte musste ich heute Abend den in etwa 460 km Entfernung liegenden Ort erreichen. Dies machte es erforderlich, dass ich von 7:30 bis 17:30 auf dem Motorrad saß und mir die Landstraße mit kriechenden Lastwagen, rasenden Mopedfahrern und wildgewordenen Busfahrern teilte.

Das ausgewählte Hotel Galuh Prambanan war eigentlich ein netter Gebäudekomplex mit riesigem parkähnlichem Innenhof und wohl das beste Hotel in direkter Nähe zu den Tempelanlagen. Jedoch beschränkte sich der englische Wortschatz des Rezeptionisten auf die Worte „cash“ und „breakfast“ und die Duschen waren kalt, was ich nach 10 Stunden motorradfahren nicht mehr so lustig fand …

 

Tachostand: 28976 km, Tagesetappe: 466 km

 

 

12.08.2019

Um den Touristenmassen zuvor zu kommen, verließ ich das Hotel früh und besuchte zunächst die beeindruckenden Tempelanlage „Prambanan“ und „Sewu“ für die das gleiche Eintrittsticket gilt. Weil der Sewu Tempel etwa 1 Km abseits lag, mietete ich mir für 0.6 Euro ein Velo und radelte rasch dort hin. Dieser Tempel war zwar kleiner aber ebenfalls imposant und durch seine leicht abgelegene Lage auf dem Gelände, war ich der einzige Besucher.

Beim Eintritt entschied ich mich für ein Kombiticket das die Tempelanlagen „Prambanan“ und Borobodur (60 Km entfernt) beinhaltet. Das ich als ausländischer Tourist mit etwa 40 Euro den x-fachen Eintrittspreis bezahlen muss, ist für mich mit dem x-fachen Einkommen der Einheimischen auch gerechtfertigt, aber dass ich beim Verlassen für 2.5 Stunden Motorradparken noch einmal 2 Euro bezahlen musste, fand ich dies schon etwas übertrieben.

Als letztes besuchte ich an diesem Tag den etwa in drei Kilometern Entfernung gelegen Tempel Plaosan.

Anschließend fuhr ich noch nach Borobodur, wo ich ein einfaches Hotel mit Blick auf die angrenzenden Reisfelder bezog und die Tempelanlage von Borobodur am nächsten Morgen bequem zu Fuß erreichen konnte.

 

Tachostand: 29035 km, Tagesetappe: 59 km

 

 

13.08.2019

Die Tempelanlage von Borobodur öffnet um morgens um 6 Uhr. Wer den Besuchermassen ausweichen möchte und / oder Sonnenaufgänge toll findet, sollte zu diesem Zeitpunkt den Eingang passieren. Da es an diesem Morgen neblig war und Fotoaufnahmen am besten bei Sonnenschein gelingen, legte ich meine Ankunft am Fuße dieses Weltkulturerbes auf den Zeitpunkt, als die Sonnenstrahlen gerade den Nebel durchbrochen hatten.

Auf dem Rückweg zur Unterkunft legte ich noch kurz einem Zwischenstopp in einer Garküche am Straßenrand ein und gegen 11 Uhr machte ich mich auf den Weg nach Cirebon, wo ich gegen 17:00 Uhr eintraf.

 

Tachostand: 29323 km, Tagesetappe: 288

 

 

14.08.2019

Gegen 8:30 Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung der Hauptstadt Jakarta, deren Verkehr als der schlimmste aller Metropolen weltweit gilt.

Da es Zweirädern in Indonesien generell verboten ist die Autobahn zu benutzen, musste ich auch für die heutige Etappe die parallel zur Autobahn verlaufende Landstraße benutzen. Jedoch ist diese Landstraße an der Nordküste Java´s durchgängig zweispurig ausgebaut, wobei die Qualität des Fahrbahnbelags sehr unterschiedlich war.

Gegen 14 Uhr traf ich am Tempo Scan Tower im Zentrum von Jakarta ein, wo ich mich im 29. Stock im Büro von Endress und Hauser zu einem kurzen „Meet & Greet“ verabredet hatte. Um nicht in den bevorstehenden Berufsverkehr zu gelangen machte ich mich recht recht bald wieder auf den Weg. Dabei war es schon ein spezielles Gefühl neben ein paar Autos von Hunderten von Mopedfahrern umgeben zu sein, die sich um mich herum wie ein riesiger Wespenschwarm durch die mehrspurigen Straßen schoben, jedoch ohne daß ich mich bedrängt fühlte. Anschließend fuhr ich noch bis nach Serang etwa 30 Km vor dem westlichen Ende Javas.

 

Tachostand: 29666 km, Tagesetappe: 343

 

 

15.08.2019

Gegen 9 Uhr kam ich in Merak, am westlichen Ende Javas an, wo die Fähren zur nördlich gelegenen Insel Sumatra auslaufen. Ich entschied mich für eine „Executive-Fähre“, welche die Passage anstatt in 3 Stunden in weniger als der Hälfte bewältigt und um kurz nach 10 in See stach. Anschließend fuhr ich noch bis nach Bandar Lampung wo ich eine Unterkunft bezog.

 

Tachostand: 29795 km, Tagesetappe: 129 km

 

 

16.08.2019

Anstelle die Hauptverkehrsader in der Mitte Sumatras zu verwenden um in den Norden der Insel zu gelangen, entschloss ich mich die Strecke entlang der Westküste der Insel zu verwenden. Nach Kota Agung wurde der Verkehr dann immer spärlicher, bis ich quasi allein unterwegs war. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, begann zunächst mit bergigen Passagen und führte dann später durch dichten Dschungel, der die Straße förmlich umschlingen zu schien, so dass streckenweise nur noch wenig Licht auf die Fahrbahn schien. Mann hatte den Eindruck als wenn hinter der nächsten Kurve ein Tiger oder Elefant aus dem Dickicht heraustreten könnte. Mir begegnete allerdings nur ein großer Affe, der es sich auf der Fahrbahn bequem gemacht und sich nach meinem Eintreffen langsam aufstand in den Dschungel verschwand. Ein Zimmer bezog ich in Krui am Meer …

 

Tachostand: 30045 km, Tagesetappe: 250 km

 

 

17.08.2019

 

Der Küste folgend ging es weiter Richtung Norden. Die ersten 170 km der Straße bis kurz ca 20 km vor Mana waren sehr abwechslungsreich und verliefen entweder zwischen Meer und angrenzendem Urwald oder direkt durch den Urwald. Tiergeräusche drangen trotz des Motors an meine Ohren, die man sonst nur aus entsprechenden Dokumentarsendungen aus dem Fernsehen kennt. Auch die Düfte, die einem in die Nase stiegen unterschieden sich sehr von einem mitteleuropäischen Wald.

Anschließend ließ die Qualität des Fahrbahnbelags nach und man musste sich immer wieder vor plötzlich auftauchenden Schlaglöchern in Acht nehmen, jedoch bekam ich zu Beginn dieses Streckenabschnitts einen etwa 70 cm langen Waran zu sehen, der sich auf der Strasse sonnte und der sich bei meinem Näherkommen rasch entfernte.

Die Übernachtung erfolgte in dem größeren Küstenort Bengkulu.

 

Tachostand: 30372 km, Tagesetappe: 327 km

 

 

 

Bilder folgen in Kürze